Styleguide: Nichts ist so kreativitätsfördernd wie eine klare Vorgabe

Für eine Marke ist es elementar, dass sie überall auf der Welt gleich auftritt. Ein Cappuccino von Starbucks schmeckt in Istanbul genauso wie in Berlin. Er wird auf die gleiche Weise serviert und der Bedienvorgang ist identisch. In der kreativen Konzeption von Marken für Kinder und Familien wird dieses Erscheinungsbild über den Styleguide, die Gestaltungsrichtlinie, festgelegt.

Styleguides oder Design-Manuals listen alle Elemente verbindlich auf, die nötig sind, um ein Corporate Design über Jahre hinweg konstant hochwertig und unverwechselbar zu halten. Welche Schriften dürfen verwendet werden, welche Farbangaben gelten für den professionellen Offsetdruck, welche für das Web? Wie wurde das Logo konstruiert? All diese Fragen können gute Styleguides in wenigen Minuten klären. Der Styleguide ist so eine unverzichtbare Hilfe für Kooperationspartner und Lizenznehmer. „Ein guter Styleguide bietet sofort Monetarisierungsmöglichkeiten“, erläutert Rolf Kosakowski, Geschäftsführer von KB&B. „In unseren Styleguides sind viele Basiselemente festgelegt, wie Rahmen, Muster, Farben und natürlich Logovarianten, sodass beispielsweise ein Lizenznehmer einer Kindermarke, der Bettwäsche herstellen möchte, kaum Entwicklungskosten hat. Er kann die Elemente, die er benötigt, eins zu eins aus dem Styleguide übernehmen. So wird der Freigabeprozess enorm vereinfacht, und die Marke wird sofort optimal im Handel präsent und verdient Geld!“

Vertrauen schaffen mit gestalterischer Freiheit

„Das bedeutet nicht, dass die umsetzenden Art-Direktoren nichts anderes umsetzen dürfen als die Beispiele, die im Styleguide stehen“, erläutert
Creative Director Simona Steinbrecher. „Im Gegenteil: Ein guter Styleguide macht es sogar einfacher, kreativ zu werden. Denn es ist ganz klar, welche Parameter der Marke zugrunde liegen und welche Varianten vom Lizenzgeber anerkannt sind. Das schafft Vertrauen auf beiden Seiten und erleichtert die Zusammenarbeit für die Designer enorm.“


Checkliste: Das sollte Ihr Styleguide enthalten

Der Styleguide gilt für alle Produkte, in denen sich die Marke zeigt: vom internen Konzeptbriefpapier über die Website, Druckmittel, Anzeigen bis
hin zu Lizenzprodukten, wie gebrandeten Magazinen, Spielsachen, Kleidung und Fanartikeln. Das wird im Styleguide definiert:

Pflicht

  • Farbwelten
  • Schriftarten
  • Aufbau und Zusammensetzung des Logos als Bild und Wort-Bild-Marke
  • Bilder und Posen der Charaktere
  • Größenverhältnisse der Charaktere untereinander
  • Hintergründe
  • Rahmen
  • Deko-Elemente
  • Claim
  • Tone of Voice

Kür

  • Aufbau von Anzeigen
  • Papiersorten und –Formate
  • Drucktechniken und Veredelungen (wie Prägungen, Stanzen, Lackierungen)
  • Art und Ausprägung verwendeter Animationen
  • Für digitale Anwendungen: Schaltflächen, Buttons und modale Fenster
  • Writer’s Bible für Storytelling
  • Geschäftspapiere, Visitenkartenvorlagen & Co. in mehreren Sprachen

Wir empfehlen unseren Kunden, einen Online-Styleguide anzulegen und ihn mit einem Passwort zu schützen. So können sie ihren Kooperationspartnern und Lizenzgebern weltweit schnell Zugang ermöglichen, ohne Daten-CDs hin und her zu schicken.
Inka Springer, Art-Direktorin bei KB&B – The Kids Group

Marc WernerBesonders im Responsive Design, also wenn Websites flexibel angelegt werden, damit sie auf jeder Monitorgröße, auch auf dem Smartphone, optimal aussehen, ist der Styleguide die beste Orientierungsgrundlage.
Marc Werner, Art-Direktor bei KB&B – The Kids Group


Übrigens

Ein Styleguide macht für jede Institution Sinn, die sich mit einem einheitlichen, vertrauensbildenden, hochwertigen Außenbild repräsentieren möchte. So hat beispielsweise auch die Bundesregierung einen Styleguide.